Einen Monat früher als bisher laden wir Sie herzlich zu unserem Theatersommer ein. Die Gründe sind viele, unter anderem wollen wir zu erwartenden Hitzeperioden soweit wie möglich aus dem Wege gehen.
Wieder einmal sind wir zu Gast in der Halle Lauterbach, die sich in die Plaza Major der Metropole Madrid im 17. Jahrhundert verwandeln wird. Umgeben von den Zuschauerplätzen wird die beste Komödie gespielt, die der Mönch Tirso de Molina geschrieben hat: “Don Gil von den grünen Hosen“.
Das Stück in Kürze:
Was ein gebrochenes Herz so alles vermag? Donna Juana wurde verführt und sitzengelassen. Don Ramón, der Mann, der ihr die Ehe versprach, ist auf und davon zu einer anderen! Auf Wunsch seines Vaters soll er unter dem Decknamen »Don Gil« die reiche Donna Inés heiraten. Ein erstes Treffen ist vereinbart, von dem die betrogene Juana Wind bekommt. Um sich an ihrem Ex zu rächen, verkleidet sie sich kurzerhand als »Don Gil von den grünen Hosen« und macht der Nebenbuhlerin die Aufwartung. Der eilige Plan glückt so gut, dass die frisch verliebte Inés von ihrem »echten« Verehrer, der werbend erscheint, nichts mehr wissen will. Die Zurückweisung reicht Donna Juana nicht, sie schlüpft in weitere Rollen, unter anderem in die des berühmtesten Liebhabers der Welt, genannt Don Juan, und setzt ihrem gut geführten Verwirrspiel so die Krone auf. Doch, was sie nicht ahnt: Ihre Anziehung auf das weibliche Geschlecht hat unerwartete Folgen. Ein wildes Tohuwabohu nimmt seinen Lauf …
Tirso de Molinas spritzige Geschlechter- und Verwechslungskomödie wirkt wegen ihrer selbstbewussten Frauenfiguren absolut heutig und hält uns mit ihren pfiffigen Wendungen bis zum Schluss in Atem. Der schreibende Mönch gehört zu den virtuosesten Wortspielern und Vers-Akrobaten der Weltliteratur. Er verließ sich immer auf die Kraft des Theaters, das auch den unwahrscheinlichsten Vorgang glaubhaft machen kann. Ein Theaterstoff perfekt für den Sommer!
Die Bearbeitung für das Hoftheater wird sich auf alte Übersetzungen nach der Ausgabe des Spanischen Theaters, Leipzig ca. 1896, beziehen und mit Zitaten, Gedichten und Zwischenspielen, unter anderem von Gil Vicente, Lope de Rueda, Calderon de la Barca und Cervantes angereichert werden. So wird ein buntes Bild der spanischen Komödie des 17. Jahrhunderts in der turbulenten Handlung des „Don Gil“ gezeigt.
Die Rolle der Musik:
Neben der textlichen Bearbeitung spielt die musikalische Gestaltung eine zentrale Rolle. So soll ein Musiktheaterstück entstehen, das die schnellen Szenen- und Situationswechsel der temperamentvollen Komödie mit neu komponierten Liedern, Tanznummern und Zwischenmusiken in besonderer Weise wirksam macht, ein ‚Gesamtkunstwerk‘ aus szenischer Handlung, musikalischem Hörerlebnis und schwungvollen Tänzen. Max Müller komponiert die Musik als Auftragswerk, Jessica Dauser übernimmt die Choreographie, Ulrike Beckers sorgt für Bühnenbild und Kostüme, Herbert Müller inszeniert. Und das ganze Ensemble des Hoftheaters spielt für Sie mit gewohnter Freude am Theater.
Presse
Spielort
Termine
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