Oscar Wildes berühmtestes und meistgespieltes Theaterstück. Ein brillantes, doppelbödiges Spiel voller Witz, unerwarteten Verwicklungen und Charme.
Am 03.07. startete der diesjährige Theatersommer im Hoftheater mit der Komödie "Bunbury oder Ernst sein ist alles" von Oscar Wilde. Mit viel Applaus wurde die Inszenierung von Ansgar Wilk bedacht, für die Ulrike Beckers ein phantasievolles Bühnenbild und prächtige Kostüme erstellte. Robert Kühn und Tobias Zeitz spielen mit Temperament und männlichem Selbstwertgefühl die beiden englischen Dandy´s, die ein Doppelleben führen, um den gesellschaftlichen Zwängen der Upper Class um 1910 zu entkommen. Dass sie dabei mit genau den zwei jungen Damen in Konflikte geraten könnten, die sie ehelichen wollen, haben sie in ihrer Spielerleidenschaft wohl übersehen. Jessica Dauser und Lucca Rabenstein spielen mit Witz und Charme Gwendolyn und Cecily, die sich in ihren eigensinnigen Kopf gesetzt haben, unter allen Umständen keinen anderen Mann als einen "Ernst" heiraten zu wollen. Und das wird zum Problem, denn die zwei Schwerenöter haben genau diesen Namen für ihr Doppelleben ausgewählt und kommen nun aus der Nummer nicht mehr heraus, ohne ihre wahre Identität zu erklären. Wenn sie aber nicht mehr "Ernst" heißen, sondern Jack und gar Algernon, sind sie plötzlich für die Damen nicht mehr attraktiv. Mit viel komödiantischem Spaß lösen aber die beiden im Hoftheater schon seit langem wohlbekannten Darsteller alle Komplikationen.
Ein Höhepunkt der Aufführung, die Regisseur Ansgar Wilk mit viel Feingefühl in Szene gesetzt hat, ist das Streitgespräch samt übersüßtem Tee zwischen Gwendolyn und Cecily. Jessica Dauser und Lucca Rabenstein laufen zur Hochform auf, wenn sie sich gegenseitig Klötze in den Weg werfen und sich, nachdem sie die Schwindeleien der Herren aufgedeckt haben, schwesterlich liebevoll in die Arme fallen. Eine komödiantische Glanzleistung liefert auch Sarah Giebel als Gouvernante Prism, wenn sie im Finale des Stücks ihr Jahrzehnte zurückliegendes Versehen offenbart, einstmals ein Baby statt in den Kinderwagen in eine Reisetasche gelegt zu haben, die an der Viktoria Station aufgefunden wurde. Julia Rieblinger als gestrenge Tante Augusta bemüht sich, Ordnung in das liebesverwirrte Geschehen zu bringen, Ansgar Wilk als Dorfpfarrer und Herbert Müller als Diener komplettieren das Komödienensemble.
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